Drei Generationen einer Familie gehen gemeinsam mit zwei Kindern durch einen sonnigen Wald.

Rosi Lechleitner „einfach leben“ – Kunst oder Illusion?


Rosi Lechleitner beim Interview mit einem Fernsehteam.

So schaut sie also aus, die Rosi Lechleitner: sympathisch, ein Bündel an Strahlen, Kraft und Präsenz im Augenblick. Spielerisch kommunizierendes Wachsein im Nu, unermüdlich aufgeschlossen für Erfahrung, Arbeit und das Wohlsein in der Welt. Sie begibt sich hinein ins Hier und Jetzt, wo die fünf Sinne unseres leibgeistseelischen Sensoriums gar nicht satt werden an der Fülle, die uns diese (s)prach(t)volle Erde beschert. „Aufmerksamkeit ist das natürliche Gebet der Seele“, heißt es bei Malebranche. Dann ist die Rosi sehr fromm, aber mit offenen Augen.

Denn sie will ja „einfach leben“. Mögen wir da leicht ins Grübeln verfallen? Ja gell, da haben wir unsere Zweifel?! „Einfach leben“? Was ist da „einfach“? Riecht das nicht nach Therapie? Das Gegenteil von schwierig, kompliziert? Oder einfach im Sinne von frech? Geht das überhaupt ohne Therapie?

Ja, diese Rosi – Bergbäuerin in einem Seitental des Lech, wohnhaft unterm Hahntennjoch (die Passstraße verbindet Imst im Inntal mit den drei Dörfern Boden, Bschlabs und Pfafflar über dem Lechtal) – macht seit Kindesbeinen ihr Ding. Zusammen mit einem Liebsten nebst Kindern und Kindeskindern. Wozu allerlei Tiere gehören: Kühe, Schafe, Ziegen, Hund, Katzen, Hühner und ein Pferd. Zugegeben, es hilft auch etwas Tourismus zum Broterwerb. Also Idyll?

Weit gefehlt: Die Natur, die wir als Naturschönes genießen, sie ist Bündnispartner und gleichviel eine oft harte Genossin – übermächtig, unberechenbar, tödlich. Ja, das gehört einfach auch zum Leben: heiteres Glück, stille Trauer, Tanz wie Demut, Lieb und Leid als des Leibes Kleid. Soviel mehr hat die Rosi zu sagen, besser: zu zeigen.

Eingestanden: Sie braucht dazu keine KI. Hier im Hochalpinen des Lech ist zwar die moderne Technik auch längst eingezogen. Doch statt dem wie überall anbrandenden, lauten Geplärr der Konsumindustrie suchen Menschen wie die Rosi noch nach echtem Zusammenhalt, Achtsamkeit mit der Natur und Erfüllung.

Einfach leben. Wer sein Ding noch sucht oder (nimmer) hat, der ist eingeladen, die Rosi Lechleitner zu erleben: ganz analog, ‚einfach leben‘ will, der mag am 26. November in die Kolping Akademie kommen. Sie werden staunen.

Herzlich willkommen …

Jochen Wagner
19.10.2026